Frau­en als Opfer der t4

»Still, stumpf, beschäf­tigt mit Kartoffelschälen, 

ver­legt«*

»Als Kind war Pati­en­tin stets mun­ter u. fröh­lich gestimmt u. zeig­te kei­ne her­vor­tre­ten­den Eigentümlichkeiten.«

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Rück­wir­kend zum 1. Sep­tem­ber 1939 ermäch­tig­te Adolf Hit­ler dar­auf­hin aus­ge­wähl­te Ärz­te, den Gna­den­tod gewäh­ren zu dür­fen, um die bereits voll­streck­ten und die fol­gen­den Pati­en­ten­mor­de in Tötungs­an­stal­ten zu schein­le­gi­ti­mie­ren. Im Okto­ber 1939 wur­de die seit August 1939 bestehen­de Mel­de­pflicht für Kin­der und Jugend­li­che mit Behin­de­run­gen und psy­chi­schen Erkran­kun­gen auf Erwach­se­ne aus­ge­dehnt. Bereits Mit­te Janu­ar 1940 nahm die Anstalt Gra­fen­eck, im Febru­ar auch die Anstalt Bran­den­burg, Tötun­gen in Gas­kam­mern vor. In Gra­fen­eck und in Bran­den­burg wur­den inner­halb weni­ger Mona­te rund 20.000 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ermor­det. Bis Janu­ar 1941 nah­men auch die Anstal­ten Hart­heim, Pir­na-Son­nen­stein, Bern­burg und Hada­mar Tötun­gen auf.

Die Depor­ta­ti­on von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in die Tötungs­an­stal­ten wur­de als »plan­wirt­schaft­li­che Ver­le­gung« bezeich­net und durch die Ein­be­zie­hung soge­nann­ter »Zwi­schen­an­stal­ten« ver­schlei­ert. Bei der Ver­le­gung kamen Reichs­post-Bus­se zum Ein­satz, die zu Beginn der »Akti­on T4« noch kei­ne graue Tarn­far­be trugen.

Eine Vil­la in der Tier­gar­ten­stra­ße 4 war zwi­schen 1940 und 1945 die Ver­wal­tungs­zen­ta­le und Namens­ge­be­rin der »Akti­on T4«. Dort wur­den die Mel­dun­gen begut­ach­tet und die Ver­le­gun­gen koor­di­niert, dort saß die Per­so­nal- und Wirt­schafts­ab­tei­lung. Das Gebäu­de wur­de im Früh­jahr 1945 durch eine Bom­be nahe­zu voll­stän­dig zerstört.

Ins­ge­samt wur­den in sechs Anstal­ten rund 70.000 Anstalts­in­sas­sen aus dem deut­schen Reichs­ge­biet ermor­det. Der als »gehei­me Reichs­sa­che« gehand­hab­te Mas­sen­mord hör­te auch nach sei­nem offi­zi­el­len Ende im August 1941 nicht auf. Noch bis kurz vor Kriegs­en­de wur­den Psych­ia­triein­sas­sen »plan­wirt­schaft­lich ver­legt« und getö­tet. Die­ser zwei­ten Pha­se der »Eutha­na­sie«, in der mit Medi­ka­men­ten und durch geziel­te Man­gel­ver­sor­gung gemor­det wur­de, fie­len etwa 200.000 Men­schen zum Opfer.

Die Ange­hö­ri­gen wur­den in der Regel erst dann über die »plan­wirt­schaft­li­che Ver­le­gung« infor­miert, wenn die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bereits tot waren. Der ihnen mit­ge­teil­te, offi­zi­el­le Todes­tag wur­de gefälscht und nach hin­ten ver­legt, um noch Pfle­ge­geld zwi­schen tat­säch­li­chem Todes­tag und offi­zi­el­lem Ster­be­da­tum abrech­nen zu kön­nen. Hier­durch finan­zier­te sich die »Akti­on T4« und wur­den Per­so­nal- und Sach­kos­ten bestritten.

Frau­en waren zwar als Psych­ia­te­rin­nen und Pfle­ge­rin­nen wesent­lich an der Tötung von Men­schen mit Behin­de­run­gen und psy­chi­schen Erkran­kun­gen betei­ligt, sie waren aber auch in beson­de­rem Maße betrof­fen. Frau­en tru­gen ein grö­ße­res Risi­ko als Män­ner, zu Opfern der »Akti­on T4« zu wer­den. Ihre Über­le­bens­chan­ce war gerin­ger. Die­se beson­de­re Situa­ti­on von Psych­ia­trie­pa­ti­en­tin­nen will die­se Aus­stel­lung vor dem Hin­ter­grund aktu­el­ler Ent­rech­tungs­er­fah­run­gen von Frau­en in den Blick rücken.

 

*Kran­ken­ak­te von Doro­thea Eli­sa­beth Kofahl. BArch R179 Nr. 79.
Foto: Stif­tung Liebenau

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Mit dem Ein­marsch der deut­schen Trup­pen in Polen begann der Mas­sen­mord an Tau­sen­den pol­ni­schen Anstalts­in­sas­sen zunächst durch Erschie­ßun­gen, ab Okto­ber 1939 durch Ver­ga­sun­gen. (wei­ter­le­sen)

Rück­wir­kend zum 1. Sep­tem­ber 1939 ermäch­tig­te Adolf Hit­ler dar­auf­hin aus­ge­wähl­te Ärz­te, den Gna­den­tod gewäh­ren zu dür­fen, um die bereits voll­streck­ten und die fol­gen­den Pati­en­ten­mor­de in Tötungs­an­stal­ten zu schein­le­gi­ti­mie­ren. Im Okto­ber 1939 wur­de die seit August 1939 bestehen­de Mel­de­pflicht für Kin­der und Jugend­li­che mit Behin­de­run­gen und psy­chi­schen Erkran­kun­gen auf Erwach­se­ne aus­ge­dehnt. Bereits Mit­te Janu­ar 1940 nahm die Anstalt Gra­fen­eck, im Febru­ar auch die Anstalt Bran­den­burg, Tötun­gen in Gas­kam­mern vor. In Gra­fen­eck und in Bran­den­burg wur­den inner­halb weni­ger Mona­te rund 20.000 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ermor­det. Bis Janu­ar 1941 nah­men auch die Anstal­ten Hart­heim, Pir­na-Son­nen­stein, Bern­burg und Hada­mar Tötun­gen auf.Die Depor­ta­ti­on von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in die Tötungs­an­stal­ten wur­de als »plan­wirt­schaft­li­che Ver­le­gung« bezeich­net und durch die Ein­be­zie­hung soge­nann­ter »Zwi­schen­an­stal­ten« ver­schlei­ert. Bei der Ver­le­gung kamen Reichs­post-Bus­se zum Ein­satz, die zu Beginn der »Akti­on T4« noch kei­ne graue Tarn­far­be tru­gen.Eine Vil­la in der Tier­gar­ten­stra­ße 4 war zwi­schen 1940 und 1945 die Ver­wal­tungs­zen­ta­le und Namens­ge­be­rin der »Akti­on T4«. Dort wur­den die Mel­dun­gen begut­ach­tet und die Ver­le­gun­gen koor­di­niert, dort saß die Per­so­nal- und Wirt­schafts­ab­tei­lung. Das Gebäu­de wur­de im Früh­jahr 1945 durch eine Bom­be nahe­zu voll­stän­dig zer­stört.Ins­ge­samt wur­den in sechs Anstal­ten rund 70.000 Anstalts­in­sas­sen aus dem deut­schen Reichs­ge­biet ermor­det. Der als »gehei­me Reichs­sa­che« gehand­hab­te Mas­sen­mord hör­te auch nach sei­nem offi­zi­el­len Ende im August 1941 nicht auf. Noch bis kurz vor Kriegs­en­de wur­den Psych­ia­triein­sas­sen »plan­wirt­schaft­lich ver­legt« und getö­tet. Die­ser zwei­ten Pha­se der »Eutha­na­sie«, in der mit Medi­ka­men­ten und durch geziel­te Man­gel­ver­sor­gung gemor­det wur­de, fie­len etwa 200.000 Men­schen zum Opfer.Die Ange­hö­ri­gen wur­den in der Regel erst dann über die »plan­wirt­schaft­li­che Ver­le­gung« infor­miert, wenn die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten bereits tot waren. Der ihnen mit­ge­teil­te, offi­zi­el­le Todes­tag wur­de gefälscht und nach hin­ten ver­legt, um noch Pfle­ge­geld zwi­schen tat­säch­li­chem Todes­tag und offi­zi­el­lem Ster­be­da­tum abrech­nen zu kön­nen. Hier­durch finan­zier­te sich die »Akti­on T4« und wur­den Per­so­nal- und Sach­kos­ten bestrit­ten.Frau­en waren zwar als Psych­ia­te­rin­nen und Pfle­ge­rin­nen wesent­lich an der Tötung von Men­schen mit Behin­de­run­gen und psy­chi­schen Erkran­kun­gen betei­ligt, sie waren aber auch in beson­de­rem Maße betrof­fen. Frau­en tru­gen ein grö­ße­res Risi­ko als Män­ner, zu Opfern der »Akti­on T4« zu wer­den. Ihre Über­le­bens­chan­ce war gerin­ger. Die­se beson­de­re Situa­ti­on von Psych­ia­trie­pa­ti­en­tin­nen will die­se Aus­stel­lung vor dem Hin­ter­grund aktu­el­ler Ent­rech­tungs­er­fah­run­gen von Frau­en in den Blick rücken.*Kran­ken­ak­te von Doro­thea Eli­sa­beth Kofahl. BArch R179 Nr. 79. Foto: Stif­tung Liebenau 

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